Was Literatur nicht ist

Der amerikanische Literaturwissenschaftler Eric D. Hirsch liefert in seinem Aufsatz “Was ist nicht Literatur?” folgende weder einfache noch in irgendeiner Form aufschlussreiche Antwort auf die wohl schon seit Jahrtausenden gestellte Frage nach dem Wesen der Literatur:

„Zur Literatur gehört jeder Text, der es wert ist, mit Schülern im Literaturunterricht gelesen zu werden, und der in der Schule oder an der Universität nicht schon in anderen Fächern gelesen wird.“

Das Tragische bzw. Schöne dabei (je nachdem): Klüger wird man dadurch nicht. Mir gefällt an der Definition aber sehr, dass sie einerseits die Macht der Begriffsbestimmung jedem Einzelnen überlässt – schließlich wird man sich nie auf die eine “richtige” Antwort einigen können. Warum also groß rumtun?

Andererseits aber auch nicht ganz. Die Orientierung an Schülern, Studenten oder eben (auch ausgeweitet) an allen Menschen, mit denen man sich über Literatur unterhalten möchte, kann dabei ein guter Ratgeber sein. Oder wer würde ernsthaft etwas als “gute Literatur” bezeichnen, das er nicht guten Gewissens empfehlen kann?

Foto: flickr-user azrasta (unter CC BY-NC-SA 2.0)

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