Schön gesagt, Capote

Bald darauf fand ich die Kiesel, sie waren wie Maiskörner oder wie Bonbons. „Nimm ein Bonbon“, sagte ich und bot ihr aus dem Säckchen an. „O vielen Dank“, sagte sie, „ich mag Bonbons, sogar wenn sie wie Kiesel schmecken.“

Aufgeblähte, ausschweifende Formulierungen sind ja an sich nichts Schlechtes. In Journalismus und Wissenschaft sollten sie vermieden werden, in der Literatur stören sie uns weniger. Behäbig könnte man den Stil von Thomas Mann nennen, langsam die Handlung. Und doch können die Ausschweifungen angemessen sein, wenn sie die Texte beleben.

Es geht aber auch umgekehrt. Von zehn beabsichtigten Wörtern können gute Schriftsteller nur eines schreiben und nicht elf (nach Ludwig Thoma). Dann kommt so etwas heraus wie oben, aus der Grasharfe von Truman Capote (Original The Grass Harp, 1951). Eine kurze, einfache Antwort der Tante genügt, um die Beziehung zu ihrem Neffen zu umreißen.

Bild: Textured Grass von Randy McRoberts // CC BY 2.0

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