„Oh Christ!“

Im November vergangenen Jahres starb Doris Lessing, die 2007 den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte. Bekannt wurde sie vor allem für ihren Roman The Golden Notebook. Darum soll es hier aber nicht gehen (darüber wurde auch ohnehin schon ausreichend geschrieben). Ich möchte nur auf einen kurzen Moment hinweisen, den für mich in diesem Zusammenhang bemerkenswertesten.

Ein Journalist passte sie 2007 vor ihrem Haus in London ab und fragte sie, ob sie denn schon die Nachrichten gehört habe – von wegen Nobelpreis und so. Doris Lessings Antwort Reaktion kann man sich hier ansehen. Anscheinend ist ihr an der Auszeichnung nicht sooo viel gelegen – vielleicht ist es ihr auch zu viel Trubel.

Übrigens eine unerschöpfliche Quelle an hochgestochenen wie nichtssagenden Floskeln stellen die offiziellen Begründungen des Nobel-Kommittees für die Preisvergaben dar. Eine wahre Schatztruhe ist das, die mich Jahr für Jahr aufs Neue höchst irritiert und verständnislos zurücklässt. Der Preis für Doris Lessing wurde also wem genau verliehen?

„[D]er Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat“

Alles klar. Geht ja um Literatur, da sollte alles möglichst kulturelle klingen. Oder wie heißt es manchmal: You don’t understand? It’s Feuilleton, bitch!

Bild: Elke Wetzig (unter CC BY-SA 3.0), Quelle: Wikimedia Commons, von mir bearbeitet

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